US-Präsident Trump strebt einen Abzug der Truppen aus Afghanistan an. Foto: Alex Brandon/AP

Trump: US-Gespräche mit Taliban sind «tot»

Seit Monaten verhandeln die USA mit den Taliban, Ziel ist der Abzug der US-Truppen. Trump möchte die Soldaten weiterhin nach Hause holen - die Gespräche mit den Taliban aber sind aus seiner Sicht nun «tot».

  • 10.Sep 2019, 06:59 dpa
  • 30,190
  • 30

Washington (dpa) - Nach der Absage seines geplanten Treffens mit hochrangigen Taliban-Vertretern hat US-Präsident Donald Trump die Verhandlungen mit den Aufständischen für gescheitert erklärt.

«Sie sind tot», sagte Trump vor Reportern im Weißen Haus mit Blick auf die seit Monaten andauernden Gespräche mit den Taliban. Der Präsident machte deutlich, dass er fast 18 Jahre nach Beginn des Einsatzes weiterhin einen Abzug der US-Truppen aus Afghanistan anstrebt, dies aber nicht vorschnell machen möchte. «Wir würden gerne gehen, aber wir werden zur richtigen Zeit gehen.»

Trump hatte am Samstagabend auf Twitter mitgeteilt, er habe für Sonntag in Camp David geplante Geheimtreffen mit Taliban-Vertretern und - getrennt davon - mit dem afghanischen Präsidenten Aschraf Ghani abgesagt gehabt. Als Grund nannte Trump einen Anschlag der Taliban am vergangenen Donnerstag in der afghanischen Hauptstadt Kabul mit zwölf Toten, darunter ein US-Soldat.

US-Außenminister Mike Pompeo hatte eine mögliche Wiederaufnahme der Friedensverhandlungen mit den Taliban am Sonntag nicht ausgeschlossen. Die Taliban hatten erklärt, sie seien weiterhin bereit, Gespräche zu führen. Die USA verhandeln seit Monaten mit den radikalislamischen Aufständischen über ein Abkommen, das den Weg für einen Abzug der US-Truppen und für Frieden bereiten soll.

Trump verteidigte am Montag seinen Plan, vor dem Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001 hochrangige Taliban-Vertreter in Camp David - dem Landsitz des US-Präsidenten - zu empfangen. In Camp David sei es in der Vergangenheit zu zahlreichen Treffen mit «sogenannten schlechten Menschen» gekommen, die nicht als «politisch korrekt» gegolten hätten. Kriege würden durch Verhandlungen beendet.

Die Idee eines Treffens sei seine gewesen, sagte Trump. «Und es war meine Idee, es abzusagen.» Trump und Vizepräsident Mike Pence dementierten auf Twitter Medienberichte, wonach Trump das geplante Treffen gegen den Widerstand unter anderem von Pence durchsetzen wollte. Der Präsident betonte, der einzige Grund für die Absage sei der Tod des US-Soldaten gewesen. Die Taliban seien sich im Klaren darüber, «dass sie einen großen Fehler begangenen haben».

Nach Ölpreis-Schock: Dax-Verluste halten sich in Grenzen
Brüssel erlaubt Deal zwischen RWE und Eon unter Auflagen
China bereitet neue Gespräche mit den USA vor
Gastgewerbe erzielt etwas schlechtere Geschäfte
Kopf-an-Kopf-Rennen erwartet: Parlamentswahl in Israel
Ex-Militärchef Gantz will als Mann der Mitte überzeugen
Netanjahu: Meisterstratege unter Korruptionsverdacht
Apple und Brüssel streiten vor Gericht um 13 Milliarden Euro
Supreme Court beginnt Anhörung zur Parlamentszwangspause
Eskaliert die Lage? Trump vermutet Iran hinter Angriffen
Ölpreisschock stoppt Aufwärtstrend der US-Börsen
Erdogan empfängt Putin und Ruhani zum Syrien-Gipfel
EU-Handelskommissarin rechnet mit neuen US-Strafzöllen
Wer steckt hinter Angriff auf Saudi-Arabien?
Unterirdischer Fernbahnhof soll Frankfurt entlasten
Siemens Gamesa soll Senvion-Teile übernehmen
Scholz: Strafzinsen für Sparer wären «schlechter Einfall»
Dax unter Druck nach Ölpreis-Schock
Pharma-Konzern Purdue beantragt Insolvenz nach Opioid-Klagen
US-Banken vergrößern Abstand zur Konkurrenz in Europa
Syriens Schutzmächte ringen um Rebellengebiet Idlib
Zu kritische Fragen? Höcke bricht ZDF-Interview ab
Osram empfiehlt Aktionären Annahme des AMS-Angebots
Verkaufsschlager Brezel: Ditsch erweitert Produktion
Flixbus will Klimastreik-Teilnehmer gratis fahren
China meldet schwache Wirtschaftsdaten
Ölpreise ziehen nach Angriffen auf Saudi-Arabien deutlich an
CDU will für schnelleres Bauen Verbandsklagen einschränken
Start in die Klima-Entscheidungswoche
Angriff auf saudische Raffinerie: Trump droht mit Vergeltung